Seit dem letzten Newsletter im Januar 2026, gibt es wieder Einiges zu berichten. Nicht nur, dass die Temperaturen um über 40 Grad gestiegen sind, auch am Zinsmarkt haben sich mehrere Dinge ereignet.
Zinsmarkt: Zum Anfang des Jahres 2026 hatte sich der Zinsmarkt etwas beruhigt und die Umstände am Finanzmarkt zeigten auf eine Entspannung Zinsen hin. Bis am 28.02.2026 Israel und die USA gemeinsam militärisch den Iran angegriffen haben. Dieser Konflikt hat dazu geführt, dass die Straße von Hormus gesperrt wurde und circa 25% des Weltweiten Öltransports zum Erliegen gekommen ist. Der darauffolgende Anstieg des Ölpreises und die damit wiedereinsetzende Inflation hat für Bedenken und Handlungsbedarf bei den Zentralbanken geführt.
Die Europäische Zentralbank hat daraufhin ihren Leitzins um 0,25% auf 2,25% in der letzten Sitzung, am 11. Juni 2026, erhöht. Seit September 2023 wurden die Leitzinsen schrittweise von 4,5% auf 2% gesenkt. Durch die jetzt wiedereinsetzende Inflation (im Monat Mai 2026 – 3,2% in der Eurozone) hat sich die EZB für eine Erhöhung entschieden.
Die amerikanische Zentralbank FED hat in ihrer letzten Sitzung vom 17.06.2026 keine Veränderung der Leitzinsen verkündet. Wobei sich die Währungshüter sehr uneinig über den weiteren Verlauf in 2026 gezeigt haben. Neun von 18 FED-Mitgliedern haben für eine Erhöhung in 2026 votiert, die andere Hälfte ist Großteils für ein belassen des aktuellen Niveaus. Einige wenige Mitglieder sind für eine Senkung.
Hält die aktuelle Waffenruhe im Nahen Osten, wird eine Einigung zwischen Iran und den USA erzielt und wird die Straße von Hormus wieder ungehindert befahrbar sein, wird der Ölpreis weiter fallen und die Inflationsängste wieder abnehmen. Dies ist in den letzten Tagen bereits am Zinsmarkt zu sehen. Nichts desto Trotz ist die Lage sehr instabil und kann sich jeden Tag wieder ändern. Wenn die Konfliktparteien sich nicht einigen können oder wieder kriegerische Handlungen einsetzten, wird der Baufinanzierungszins weiter unter Aufwärtsdruck stehen.
Immobilienmarkt: Im Wohnungsbau wurden im ersten Quartal 2026 circa 10% mehr Baugenehmigungen erteilt, als im gleichen Zeitraum 2025. Auf der anderen Seite sinken die Fertigstellungen zu Ende 2025 zum zweiten Mal in Folge. Mit 206.600 fertiggestellten Wohnungen in 2025, liegt der Rückgang zu 2024 bei gut 18%. Die gestiegenen Baukosten, die hohen Finanzierungskosten und auch die weiterhin hohen Anforderungen an die Baubeschaffenheit bremsen den Neubau aus.
Ansonsten zeigt sich weiter, dass gute bis sehr gute Lagen besser nachgefragt werden und preisstabiler sind. Bei Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern schlägt sich der ökologische Zustand merklich auf den Preis nieder. Die oftmals hohen und unkalkulierbaren Sanierungskosten, bei Immobilien im schlechten ökologischen Zustand, drücken die Preise weiterhin stark.
Das Team der HanseHyp steht Ihnen bei Fragen rund ums Thema Baufinanzierung gerne zur Verfügung.